Österreich

Aktuell gibt es in Österreich 36 Waldorfkindergärten, sowie einige kleinere Initiativen und waldorfverwandte Einrichtungen. Insgesamt 14 Kleinkindgruppen und 9 Spielgruppen (Mutter-Kind-Gruppen)sind zumeist an die bestehenden Kindergärten angeschlossen.

Zur Situation der Waldorfkindergärten kann man sagen, dass die Nachfrage besonders im Kleinkindbereich und in der Ganztagsbetreuung steigt. Die Kindergärten sind durchwegs ausgelastet, und die Elternbeiträge werden derzeit zu 80% staatlich subventioniert – was auch ein breiteres Spektrum an Familien anzieht.Grundsätzlich ist intensivere Elternarbeit erforderlich und mehr und mehr Mobilität und Veränderungen in den Lebensumständen von Familien, wie auch von KindergärtnerInnen, stellen eine zunehmende Herausforderung in der Führung der Kindergärten dar.


Ausbildung. Um eine Ausbildung in der Waldorf-Kindergartenpädagogik auch in Österreich möglich zu machen, wurde in Wien 1990 insbesondere von Brigitte Goldmann ein 3-jähriges berufsbegleitendes Waldorfkindergartenseminar mit monatlichen Modulen ins Leben gerufen, das regelmäßig ca. 45 TeilnehmerInnen zählt. Die Zahl der InteressentInnen ist steigend.Seit 2002 bietet Waldorf-Salzburg einen übergreifende Ausbildung an, wo angehende KindergärtnerInnen und LehrerInnen mit entsprechender Schwerpunktsetzung gemeinsam einen ebenfalls 3-jährigen Lehrgang besuchen können. Die Teilnehmerzahl pendelt um 15. Ein Ausbildungslehrgang für KleinkindpädagogInnen in Wien/Graz fand bisher in unregelmäßigen Abständen in drei Durchgängen, zuletzt 2014/15, statt.

Projekt „Schuleingangsphase“. Derzeit läuft auf Initiative von zwei Waldorflehrerinnen österreichweit ein übergreifendes Projekt zum Übergang vom Kindergarten in die Schule, welches KindergärtnerInnen, Eltern und LehrerInnen einbindet. Nach dem ersten Praxisforum 2014 zum Thema „Schulreife“ wendet sich nun das zweite im Oktober 2015 unter dem Titel „Übergänge gemeinsam schaffen“ besonders der Rolle der Eltern zu.

Ein Blick zurück. Mitte der 20-er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es in Wien ein reges anthroposophisches Leben und in der Zeit nach dem Tod Rudolf Steiners war der Enthusiasmus für eine Neugestaltung der Erziehung sehr lebendig. 1927 entstand ein erster Kindergarten und eine 1. und 2. Schulstufe mit gemeinsamem Unterricht wurde begonnen. Die Schule entwickelte sich bis zur 10. Klasse und auch der Kindergarten wuchs – beide an wechselnden Standorten, bis dann 1938 aus politischen Gründen die Schließung erfolgen musste.

Nach 1945 ist die Wiedergründung eines Waldorfkindergartens 1955 allen voran Bronja Zahlingen zu danken. Es dauerte jedoch bis 1972, bis der Grundstein für einen Kindergarten-Neubau im Anschluss an die 1967 in Wien-Mauer gegründete Schule gelegt werden konnte. Wie schon in Wien fanden sich auch im übrigen Österreich Familien mit Pioniergeist, die in der Folge ihre besten Kräfte für Kindergarten- und Schulgründungen in Linz, Klagenfurt, Graz, Salzburg, Wien-Pötzleinsdorf, Innsbruck, Schönau, Wien-West und Kufstein einsetzten.

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