China

Neues Vertrauen schaffen

Die Waldorfpädagogik gründet sich weltweit auf Vertrauen.  In China brach der Glauben während der Kulturrevolution vor 30 Jahren vollständig zusammen und der vor kurzem erfolgte der Sprung in die Kommerzialisierung und erschuf neue Herausforderungen. Mehr und mehr arbeitet eine kleine, aber wachsende Generation junger Chinesen daran, diesen Glauben in der Gesellschaft wieder herzustellen. Das unterstützt den gegenwärtigen Impuls, die Waldorfpädagogik auf solche Art nach China zu bringen, dass Anthroposophie und die Erkenntnisse der alten chinesischen Philosophie Licht und Bewusstsein in die chinesische Kultur bringen können.

Die Ausbildung in Cheng Du

Die Waldorfpädagogik in China ist unglaublich schnell während der letzten 5 Jahre gewachsen. Die Chengdu Waldorfschule in der Provinz Sichuan wurde im September 2004 durch Li Zhang und Harry Wong, die Waldorfpädagogik und Anthroposophie in den Vereinigten Staaten, Thailand und England studiert hatten, gegründet. Sie hat jetzt 5 Kindergärten und zwei Spielgruppen mit 110 Kindern, eine Schule bis zur 8. Klasse mit 85 Kindern und ein Erwachsenenbildungszentrum. Die Chengdu Waldorfschule bildet das Zentrum für die Waldorfbewegung in China. Ihre Lehrer arbeiten mit allen anderen über das Land verstreuten Waldorfinitiativen zusammen. Es gibt derzeit 24 solcher Initia-tiven, die sich in 5 Orten (Chengdu - Guangzhou-Zhuhai, Beijing, Shanghai, Xi’an und Hongkong-Shenzhen) konzentrieren; jede mit einer Gruppe von kleinen Kindergärten und in einem Fall (Guangzhou) auch einer Schule.

Nach einem Jahr Vorbereitung durch Li Zhang, Harry Wong und Thanh Cherry begann eine australische Kindergärtnerin, die die Schule in Chengdu von Anfang an beraten hat, im August 2006 eine dreijährige Teilzeitausbildung für Kindergarten- und Kleinkinderziehung. 80 Personen aus ganz China, Hongkong und Taiwan meldeten sich an.

 

Eine Zeit der Heilung

Das erste Modul fand unter sehr schwierigen Bedingungen und bei sehr heißem Wetter statt. Es war der heißeste Sommer in Chengdu seit 1958, jeden Tag über 36° C! Trotzdem waren die Teilnehmer größtenteils dankbar für ihre Erfahrungen und konnten es nicht erwarten, zum nächsten Kurs wiederzukommen. Viele fühlten sich wiederbelebt, erfrischt und im Herzen berührt. Es war eine Genesungszeit für sie – wie eine neue Geburt. Der Ausbildungskurs endete im August 2009. Insgesamt werden 40 Studenten die Ausbildung abgeschlossen haben, wenn die Studenten, die später dazugekommen sind, die nötigen Erfordernisse erfüllt haben. Das Zertifikat wurde durch die  International Association for Steiner/Waldorf Early Childhood Education unterzeichnet, die Dozenten kamen aus vielen unterschiedlichen Ländern der Welt.

Auf Anfrage begann kurz nach dem Abschluss von Kurs I im August 2009 eine zweite dreijährige Teilzeitausbildung mit 140 Teilnehmern. Bis Ende 2009 hatten zwei Module stattgefunden und der Abschluss ist für April 2011 geplant. Es wird gehofft, dass diese Kurse zukünftig in der einen oder anderen Form weiter stattfinden werden.

 

Begleitung von Berufsanfängern

Parallel zu der Ausbildung läuft eine Begleitung, unterstützt durch die International Association for Steiner/Waldorf Early Childhood Education und die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners. Für die Begleitung versucht die IASWECE, erfahrene  Waldorfkindergärtnerinnen und Kleinkinderzieher aus anderen Ländern zu ermutigen, zu kommen und neu ausgebildete Kindergärtnerinnen in ganz China vor Ort zu unterstützen.

 

Projektleiter sind:

Thanh Cherry (Australien): cherrythanh@gmail.com

Li Zhang und Harry Wong (Chengdu): waldorfcd@gmail.com

zusammen mit dem Chinese Committee for Early Childhood Education.