Vietnam

Das Gefühl der Identitet

Nach zwei lang andauernden Kriegen im letzten Jahrhundert, zuerst mit den Franzosen, dann mit den Amerikanern, ist Vietnam, laut einigen Statistiken der Vereinten Nationen, eines der ärmsten Länder der Welt. Mit den noch andauernden verheerenden Nachwirkungen des Krieges haben moderne Technologien einen Verlust traditioneller Kultur und Werte gebracht. Der Materialismus herrscht vor und das Interesse nach Geld fegt die Moralität bei Seite. Vietnam hat eine harte Aufgabe vor sich, sich selbst zu heilen und sein Gefühl für die Identität und das Wohlbefinden wieder herzustellen, und nirgendwo kann man auf eine bessere Lösung hoffen, als auf dem Gebiet der Erziehung. Eine neue Erziehung ist in der Tat wichtig.

Im September 2002 eröffnete Thanh Cherry nach drei Jahren Vorbereitung den ersten Kindergarten auf der Grundlage der Waldorfpädagogik in Ho Chi Minh-Stadt. In Viet-nam geboren und aufgewachsen, lebte und lehrte Thanh als Waldorfkindergärtnerin (in Australien) und Ausbilderin (Australien und Asien) mehr als 30 Jahre. Seit 1998 reist Thanh mit der Unterstützung der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners jedes Jahr nach Ho Chi Minh-Stadt, um Erzieherinnen auszubilden und die drei Kindergärten, die sie dort mit geholfen hat aufzubauen, zu überprüfen. Sie gründete auch eine Wohltätig-keitsorganisation – das Vietnam Children’s Project (VCP) – um Spenden für die Unterstützung dieser Kindergärten und eines Waisenhauses zu sammeln.

Eine gesunde Erziehung

Der erste 2002 eröffnete Kindergarten ist Dieu Giac, Teil eines buddhistischen Waisen-hauses desselben Namens. Er hat 30 Kinder von 3 bis 6 Jahren, von denen die Hälfte aus dem Waisenhaus kommt, der Rest von armen Familien in der Nachbarschaft. Die Erzie-hung ist kostenlos, die Eltern zahlen nur eine nominale Gebühr. Dieu Giac gedeiht seit 7 Jahren, seine Kinder und Eltern sind glücklich und dankbar für die gesunde Erziehung.

Der zweie Kindergarten - Thanh Lan – eröffnete 2003 im abgelegenen Cu Chi. Er begann mit 7 Kindern und hat jetzt 2 Kindergärten und eine Kleinkindgruppe, insgesamt 77. Das VCP hat für den Bau von 3 Klassenräumen  Spenden gesammelt und unterstützt ihre Un-ternehmung weiterhin. Auch hier sind die Kinder aus armen Familien, die nur eine nomi-nale Gebühr zahlen. Thanh Lan ist kürzlich als Modellkindergarten in dem Gebiet be-zeichnet worden.

Das Tho Trang Kinderpflegezentrum ist die jüngste der 3 Initiativen. Es eröffnete 2005 in dem abgelegenen Dorf Binh Chanh. Wieder sammelte das VCP Spenden für die Gebäude des Kindergartens und der Kleinkindräume, es sind insgesamt 25 Kinder. Tho Thrang verpflegt auch bedürftige Familien catered for under-priviledged families
und das VCP bemüht sich, wie in den beiden anderen Fällen, finanzielle Unterstützung für die Kinder zu finden. Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners und der Inter-national Hulp Fond haben dieses Projekt unterstützt.

 

Eine Herausforderung

Im Mai 2009 wurde das Tho Trang Kinderzentrum Opfer der rigiden Vorgehensweise der Ausbildungsbehörde. Nach einem Unfall teilten die Behörden Tho Trang mit, dass falls nicht innerhalb von 2 Wochen ihre Holzmöbel und Ausstattung aus Naturmaterialien durch Tische, Stühle, Regale, Schaukeln, Spielzeug, Sandkasten, Schüsseln und Tassen aus Plastik ersetzen würden, das Zentrum schließen müsse. Die Lehrer entschieden sich für Letzteres.

Im November 2009  hat Tho Trang an einem neuen Ort näher der Stadt wieder eröffnet. Sie verloren alle ihre bisherigen Kinder, da sich die Entfernung als zu groß erwies und begannen mit vier neuen. Die Kosten des Umzuges waren ungeheuer herausfordernd und sie brauchen ganz dringend Unterstützung – finanziell und moralisch. Die International Association for Steiner/Waldorf Early Childhood Education (IASWECE)  hat beschlossen, 2010 ein Begleitprojekt für Vietnam zu unterstützen.


Projektleiter: Thanh Cherry, cherrythanh@gmail.com