Rumänien
Ein tiefer Wunsch nach Veränderung
Rumänien, ein Land mit 22 Millionen Einwohnern, erlebte die Anfänge der Waldorfpädagogik im September 1990. Lange Zeit anthroposophischer Arbeit und der tiefe Wunsch nach einer Änderung der Art, Kinder in staatlichen Kindergärten und Schulen zu pflegen und zu erziehen, führte zu enthusiastischem Beginn und Entwicklung der Waldorfbewegung hier. Der Erziehungsminister der ersten Regierung nach dem politischen Wechsel 1989/90 berief Waldorferzieher aus Deutschland und der Schweiz, um die Entwicklung eines demokratischen Erziehungssystems zu unterstützen.
Die ersten fünf Kindergartengruppen und drei Schulklassen begannen als staatliche Einrichtungen, ebenso eine Ausbildung innerhalb der Universität von Bukarest.
Es gab parallele Ausbildungskurse für Lehrer und Kindergärtnerinnen.
In den folgenden acht Jahren einer blühenden Entwicklung entstanden 34 Kindergärten in 25 Städten und Gemeinden, eine professionelle Vereinigung für Kindergärtnerinnen wurde gegründet und eine separate Ausbildung für Kindergärtnerinnen begann als ein international unterstütztes Projekt in Cluj.
Erneuerungsprozess
Das erste demokratische Erziehungsgesetz von 1995 erkannte die alternativen Kindergärten und Schulen und ihre besonderen Lehrpläne an. Über das ganze Land verbreitet bereichern die Waldorfkindergärten und Waldorfschulen die rumänische Erziehungslandschaft, wo sie Erneuerungsprozesse zustande brachten. So wurde der neue Lehrplan für staatliche Kindergärten sehr stark beeinflusst durch die Einstellung der Waldorfpädagogik zur Kleinkinderziehung.
1998 wurde eine nationale Vereinigung von Waldorfkindergärtnerinnen und Kleinkinderziehern gegründet, um die Bewegung im ganzen Land zu koordinieren. Es wurden vier Regionen gebildet und eine intensive regionale und nationale Aktivität begann, unterstützt durch interessierte Eltern. Seither brachten immer mehr Eltern ihre Kinder in unsere Kindergärten. Die Zahl der Kindergartengruppen wächst jedes Jahr. Jede neu beginnende Gruppe und jede neue Kindergärtnerin muss dringend begleitet und unterstützt werden. Die Ausbildung wird immer besser und umfassender.
Verbindung von ungarischen und moldawischen Kolleginnen
Vor kurzem begann eine Kindergärtnerinnenausbildung in ungarischer Sprache in Cluj, da viele Eltern der großen ungarischen Minderheit in Transsilvanien einen Waldorfkindergarten für ihre Kinder wollen.
Durch ihre gemeinsame Sprache und Kultur haben Rumänien und Moldawien enge Verbindungen trotz der historischen und heutigen Schwierigkeiten. Moldawische Kindergärtnerinnen waren immer Teil unserer Erziehungsbewegung.
Da die Gesellschaft in Rumänien mit den heutigen Herausforderungen konfrontiert ist, werden die Erziehungsfakultäten an den Universitäten immer aufgeschlossener gegenüber der Waldorfpädagogik. Sie suchen nach Zusammenarbeit und Partnerschaft, da die Waldorfkindergärten hier nach Partnern auf der ganzen Welt suchen.