Ostafrika

BEGLEITUNG VON KINDERGÄRTNERINNEN IN OSTAFRIKA

WALDORFPÄDAGOGISCHES  AUSBILDUNGSPROGRAMM FÜR ERZIEHER MBAGATHI,  NAIROBI,  KENYA

In Verbindung mit der pädagogischen Sektion am Goetheanum, Schweiz und  dem
Komitee ostafrikanischer Waldorf-/Rudolf Steiner Schulen

Eine Zeit zum feiern

Am Samstag, 10.  April 2010 gab es bei der Tagung, die an der Rudolf Steiner Schule in Nairobi stattfand, ein großes Fest für die ostafrikanischen  Waldorf-/ Rudolf Steiner-Schulen – vor zwanzig Jahren nahm die erste Waldorfschule in Nairobi, Kenia, die Arbeit auf. Seither hat sich die Waldorfpädagogik in den drei Ländern der Ostafrikanischen Gemeinschaft, Kenia, Tansania und Uganda, ausgebreitet.

 

Die Waldorfkindergartenerziehung ist in der ganzen Zeit gewachsen bis jetzt, wo es vier gut gehende Kindergärten und eine große Anzahl von Initiativen in den drei Ländern gibt. Bei der Tagung erhielten die ersten 13 Kindergärtnerinnen ihre Diplome, ein sehr bedeutender Moment im Leben dieser Erzieherinnen. Weitere 21 Kindergärtnerinnen, die ihre Ausbildungsmodule erfüllt haben, warten dringend darauf, in ihren Kindergartengruppen begleitet zu werden, eine Aufgabe, die dringender Aufmerksamkeit bedarf. Darauf kommen weitere 28 Kindergärtnerinnen, die sich derzeit in der Ausbildung befinden, und die Anzahl steigt stetig an.

Die Kindergärtnerinnenausbildung ist Teil eines größeren Programms,  bei dem auch Unterstufenlehrer für die ostafrikanischen Schulen ausgebildet werden. Ann Sharfman (Kindergarten) und Peter van Alphen (Unterstufe) aus Kapstadt, Südafrika, haben in den vergangenen 12 Jahren diese Ausbildung an der Rudolf Steiner Schule in Nairobi durchgeführt. Ziel war es, ein gutes Fundament für die ostafrikanische Waldorferziehung zu schaffen, indem die ostafrikanischen Erzieher mit einem fortlaufenden Entwicklungsprogramm versorgt werden. In der Vergangenheit waren die Schulen sehr abhängig von Lehrern aus Europa und anderswo. Nachteilig war, dass die meisten nur kurz bleiben konnten und ihr Einsatz nicht durchgetragen werden konnte.  

Allgemeine Ausbildung und individueller Ausdruck

Die Ausbildungsarbeit war eine Quelle reicher und tiefer Erfahrungen, sowohl für die Studenten als auch für die Ausbilder. Ostafrikanische Persönlichkeiten finden in der Waldorfpädagogik einen tiefen Widerhall mit sich selbst, mit ihrer Kultur und vor allem ihrer Umgebung.
Dem Studium der Prinzipien der Waldorferziehung folgen intensive Gespräche der Studenten und unweigerlich folgen eine Unmenge von Fragen und ein weiterer Austausch.  Das zeigt, wie wirklich universal die Prinzipien der Waldorfpädagogik sind und wie fähig sie sind, Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt zu berühren, so dass jeder seinen eigenen Weg findet, sie im Dienst an der Pflege der Kinder zum Ausdruck zu bringen.
Wie oben erwähnt, kommt mit der wachsenden Zahl der sich in der Ausbildung befindlichen Kindergärtnerinnen ein steigendes Bedürfnis nach Begleitung, um sie zu führen, das anzuwenden, was sie während der Ausbildung erworben haben. Anleitende und begleitende Lehrer im Klassenraum sind ein wesentlicher Teil des Ausbildungsverfahrens.

 

Ein Ruf nach Begleitung

Von den 21 Kindergärtnerinnen, die auf eine Begleitung warten, sind nur 4 an anerkannten Schulen, wo sie Unterstützung durch ihre Kolleginnen haben. Es gibt jedoch viele Kindergarteninitiativen, deren Kindergärtnerinnen danach rufen, begleitet zu werden. 9 in Uganda und 8 in Kenia. Sie sind angeregt durch das, was sie in den Unterrichtsmodulen gelernt haben, brauchen aber Hilfe, alles in die Praxis umzusetzen.

 

Da sie in ländlichen Gegenden leben, haben die meisten noch nie eine Waldorfschule (einen Waldorfkindergarten) in Betrieb gesehen, und die Hilfe, die durch einen besuchenden Ausbilder/Mentor gegeben werden kann, ist  unschätzbar.


Es gibt drei anerkannte Schulen mit Kindergärten in Ostafrika, das ist eine Unterstützung für die vielen Initiativen, deren Erzieher in der Ausbildung sind und sich darum bemühen, Waldorfschulen aufzubauen.
Zuerst wurde die Mbagathi Rudolf Steiner Schule in Nairobi gegründet. Diese Schule sorgt für ärmere Kinder, die in der Nähe der Schule leben, auf den Massai -Ebenen und in der nahen Stadt6 Rongai. Die meisten dieser Kinder werden unterstützt durch Paten aus vielen unterschiedlichen Teilen der Welt. Die Schule hat ein Internat, um Waisen und Kinder aus den Slums oder ländlichen Gegenden unterzubringen. In ihren Kindergärten und Spielgruppen sind zwei ausgebildete Kindergärtnerinnen und eine, die die 10 Module durchlaufen hat, aber auf eine Begleitung wartet, bevor sie anerkannt werden kann.
Die Waldorfschule in Nairobi unterhält sowohl ihren eigenen Kindergarten, als auch den Kileleshwa Kindergarten in einem anderen Vorort Nairobis. Diese Schule kümmert sich, ebenso wie die Hekima Waldorf Schule in Dar es Salam, um Familien aus dem Mittelstand.
Viele Erzieher aus Uganda haben die Ausbildung von Anfang an besucht, aber wegen verschiedener Schwierigkeiten haben sie nicht die Begleitung erhalten, die dem Abschluss der Module, die in Nairobi angeboten werden, folgt. Es wird gehofft, dass nach einem Besuch, um die Bedürfnisse der Situation jeder Schule festzustellen, das Begleitprogramm bald ausgeweitet werden kann um Uganda einzuschließen.


Es ist für Ann und Peter möglich geworden, viel mehr Zeit in Ostafrika zu verbringen um regelmäßig Lehrer in Schulen und Initiativen in der Region  zu begleiten und anzuleiten. Dieser Aspekt der Arbeit ist außerordentlich wichtig für die Erzieher, die sich um vorzügliche Leistungen in ihrem Unterricht sehr bemühen. Jedoch muss die notwendige Unterstützung immer noch gefunden werden, um diese Arbeit vollständig auszufüllen.
Viele der fünfundzwanzig Erzieher, die ihr Diplom erhalten haben (in dieser Zahl sind die Unterstufenlehrer, die ihren Abschluss machten, enthalten) haben jetzt jahrelange Unterrichtserfahrung. Bei einem Treffen mit diesen Erziehern wurde ein Plan diskutiert, der diesen Erziehern weitere Möglichkeiten geben könnte, sich weiter zu entwickeln. Und so nimmt ein Programm „Ausbildung für Ausbilder“  Gestalt an! Die Idee hinter diesem neuen Programm ist, dass die Waldorfpädagogik in Ostafrika fest verwurzelt werden muss, durch Ostafrikaner selbst, so dass die Abhängigkeit von anderen Ländern für die Ausbildung allmählich ausläuft. Sarah Munyua, eine Kenianerin, hat bereits bei der Kindergärtnerinnenausbildung geholfen, hat unterrichtet und einige Workshops gegeben.


Eine kräftige lebensprühende Gemeinschaft ostafrikanischer Erzieherinnen entsteht, die eine befähigte und erfüllte Zukunft für die Pflege der Kinder verspricht. Letztendlich ist es der Wunsch jeder ostafrikanischen Erzieherin, der immer und immer wieder ausgedrückt wurde, diese Möglichkeit allen Kindern in ihren entsprechenden Ländern zu bringen.

Weitere Informationen:
Ann Sharfman   annsharfman@telkomsa.net
Peter van Alphen  peterva@mweb.co.za