Was ist die Waldorfkindergartenpädagogik?

„Zu den Kräften, welche bildsam auf die physischen Organe wirken, gehört also Freude an und mit der Umgebung. Heitere Mienen der Erzieher, und vor allem redliche, keine erzwungene Liebe. … Wenn die Nachahmung gesunder Vorbilder in solcher Atmosphäre der Liebe möglich ist, dann ist das Kind in seinem richtigen Elemente.“
Aus: Die Erziehung des Kindes von Rudolf Steiner

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Erziehung im Waldorfkindergarten in der Praktik

Die Waldorfkindergärtnerinnen und –kindergärtner arbeiten mit den kleinen Kindern, indem sie eine warme, schöne und liebevolle familienähnliche Umgebung schaffen, die Schutz und Sicherheit bietet und wo alles in einer voraussehbaren, rhythmischen Art geschieht. Hier gehen sie auf das sich entwickelnde Kind auf zwei grundlegende Arten ein:

Zum Einen beschäftigen sie sich mit häuslichen, praktischen und künstlerischen Tätigkeiten, die die Kinder leicht nachahmen können (zum Beispiel Backen, Malen, Gärtnern und Handarbeiten) und passen diese Arbeiten dem Wechsel der Jahreszeiten und den Jahresfesten an.  

Zweitens stärken die Waldorfkindergärtnerinnen und –kindergärtner die Vorstellungskraft der Kinder, indem sie sorgfältig ausgewählte Geschichten erzählen und das freie Spiel ermutigen. Dieses freie oder phantasievolle Spiel, bei dem die Kinder den Handlungsablauf selbst bestimmen, hilft ihnen, viele Aspekte des Lebens besser kennen zu lernen. Wenn Spielzeug benutzt wird, ist dies aus natürlichen Materialien. Holz, Baumwolle, Wolle, Seide, Muscheln, Steine, Tannenzapfen und Gegenstände aus der Natur, die die Kinder selber gesammelt haben, werden beim Spiel und zur Verschönerung des Raumes benutzt.

Die Verbindung der Sinne, die Koordination von Auge und Hand, das Gefallen finden an der Schönheit der Sprache, richtig Einordnen können , und andere grundlegende Fähigkeiten, die erforderlich sind als Basis für das akademische Lernern, werden im Kindergarten gefördert. In dieser wirklich liebevollen, natürlichen und schöpferischen Umgebung werden die Kinder in einem Betätigungsfeld versorgt, das sie für das spätere Lernen und für das Leben selbst vorbereitet.

Aus “Windows into Waldorf”, von David Mitchell (mit Genehmigung des Verfassers)